28.07.2007

"Allmächtige Schwärze brechen"

Edgar Meixner, stellvertretender FDP-Oberpfalz-Chef, zu Zielen und Heimat-Problemen

Sulzbach-Rosenberg. (ge) Ein Sulzbach-Rosenberger steht seit einigen Wochen mit an der Spitze der Oberpfalz-FDP - Edgar Meixner. Der 38-jährige Physiotherapeut ist auch als Kreisvorsitzender aktiv. Am Rande der Kandidatenaufstellung zur Stadtratswahl beantwortete er unserer Zeitung einige Fragen.

Herr Meixner, Sie sind seit kurzer Zeit Stellvertreter des FDP-Bezirksvorsitzenden MdB Horst Meierhöfer. Warum haben Sie sich um diesen Posten beworben und welche Ziele verbinden Sie damit auf Oberpfalz-Ebene?

Die Bundestagsabgeordneten Horst Meierhofer und Dr. Max Stadler fragten mich beim Frühjahrstreffen in Regensburg, ob ich für den Posten des stellvertretenden Bezirksvorsitzenden zur Verfügung stände. Nach vierwöchiger Bedenkzeit wurde ich dann in Schwandorf in der Bezirksverbandssitzung mit großer Mehrheit gewählt.

Ich werde in meinem Rahmen für uns hier in der wunderschönen nordwestlichen Oberpfalz alles tun, um auch in Zukunft ein wohnwertes Zuhause zu erhalten. Mein Lebenscredo lautet: Nicht tandeln, sondern handeln!

Was sind in Ihren Augen die drei größten Probleme der Stadt?

Sie offenbaren sich uns tagtäglich. Zuerst unser Maxhüttenareal: Seit langem lässt die Notifizierung aus Brüssel auf sich warten und wirft damit die gesicherte Planung immer wieder über den Haufen. Hier muss energisch nachgehakt werden, auch von der Landesregierung, die meiner Meinung nach viel zu lange schon dieses Problem vor sich herschiebt.

Das zweite Problem sehe ich in der Altersstruktur unserer Stadt. Wir überaltern, jungen Familien muss die Möglichkeit gegeben werden, bezahlbaren Wohnraum oder Eigentum zu erwerben, nicht nur in der äußersten Peripherie, gerade innerhalb der Stadt gibt es genügend Möglichkeiten.

Seit dem Niedergang der Maxhütte wurden die größten Anstrengungen unternommen, um den Wegfall dieser qualifizierten Stellen auszugleichen. Mit erfolgreicher Ansiedlung vieler Firmen in den Industriegebieten ist dies auch gelungen. Dennoch dürfen wir keinesfalls die Hände in den Schoß legen und uns von Amberg oder Neumarkt die berühmte Butter vom Brot stehlen lassen.

Das dritte Problem - unsere Jugend: Einerseits wollen wir verstärkt jüngere Menschen haben, andererseits gibt es fast keine Möglichkeiten, dass sie sich am Abend in einem gemütlichen Pub treffen könnten.

Das innerstädtische Leben ist teils gegen 20 Uhr erloschen, und wer dann noch, wie in jüngster Zeit, z.B. auf dem Friedhofsberg unterwegs ist, muss um seine Gesundheit durch Randalierer fürchten. Hier gilt es, alle Möglichkeiten des Rechtsstaates auszuschöpfen.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, seitens der FDP unterstützend einzugreifen in die Sulzbach-Rosenberger Kommunalpolitik?

Ich selbst arbeite seit drei Jahren beratend in der aktiven FDP/FWS-Fraktion mit Hans-Jürgen Reitzenstein, unserem Fraktionsvorsitzenden, optimal zusammen. Themen sind z.B.. Umwandlung des Waldbades in ein Ganzjahresbad (PPP-Projekt), sinnvollere Verkehrslenkung in der Innenstadt, Kreuzung Bayreuther Straße/An der Allee/Alte Straße.

In letzter Zeit habe ich aber das Gefühl, dass immer öfter Entscheidungen getroffen werden, die sich dem Bürger deutlich verschließen.

Welche Koalitionen können Sie sich auf Bundesebene vorstellen?

Alle Konstellationen, die unser Land nach vorne bringen. Egal ob Jamaika-Runde oder eine Koalition, wie sie schon bestand: Deutschland muss letztlich der Gewinner sein.

Kann die FDP auf lange Sicht in Bayern etwas bewegen?

Selbstverständlich! Es ist nächstes Jahr unser Ziel, die allmächtige "Schwärze" in München zu brechen, verbunden mit immensen Anstrengungen seites der FDP.

Mittlerweile merkt ja jeder, was sich hinter einer absoluten Mehrheit für ein fader Beigeschmack verbergen kann, sei es Zentralisierung nach München, Verödung des ländlichen Raumes oder Schließung zahlreicher Hauptschulen auf dem Lande.