10.12.2007

Arbeitsplätze in Mühle und Hallen

Neue Firmen siedeln sich im MH-Gelände an - FDP/FWS-Politiker auf Informationstour

Sulzbach-Rosenberg. (ge) Was tut sich im alten MH-Gelände und wann? Information aus erster Hand gab es für die Delegation der FDP/FWS, die sich vor dem Hochofen versammelt hatte: Rohrwerk-Geschäftsführer Karl Reyzl stellte den Kommunalpolitikern, unter ihnen Stadtrats- und Kreistags-Fraktionssprecher Hans-Jürgen Reitzenstein, FDP-Kreisvorsitzender Edgar Meixner und Birgland-Bürgermeister Herbert Steinmetz, die weitere Planung vor.

Momentan sei das Gelände natürlich noch nicht öffentlich zugänglich, das werde sich aber in ein paar Jahren grundlegend verändert haben, erklärte der Manager. Er erinnerte daran, dass der Freistaat Bayern als langjähriger Mehrheitsgesellschafter der alten Maxhütte und der jetzige Eigentümer Max Aicher ein Übereinkommen getroffen hätten, die Altlasten-Sanierung je zur Hälfte zu finanzieren. Dies sei nun von Brüssel nach eineinhalb Jahren Stillstand genehmigt worden.

Pläne überarbeiten

Die Firma Protect habe 2003 ein Sondierungsgutachten erarbeitet, das die Lage und den Umfang der Altlasten auf dem Gelände darstelle. Der Gesamtaufwand sei auf über 20 Millionen Euro geschätzt worden.

Das ursprüngliche Konzept für den angestrebten Industrie- und Gewerbepark stamme vom Planungsbüro Holl. Dieser Plan müsse nun aufgrund vielfältiger neuer Gegebenheiten überarbeitet werden, was gerade mit Hochdruck seitens des Eigentümers geschehe. Eventuell müsse der Stadtrat hierzu noch einen weiteren Beschluss fassen. Diese neue Nutzungsplanung münde wiederum in die Sanierungsplanung, die die Firma Protect Umweltschutz ausarbeite für das etwa 60 Hektar große Areal. Auf Basis dieses Sanierungskonzeptes erlasse das Landratsamt schließlich den Bescheid zum Beginn der Altlastensanierung. Alles in allem, so Reyzl, erwarte er einen Beginn der Arbeiten (die im Ostteil starten) gegen Jahresmitte 2008.

Ob ausgebaut, umgelagert oder versiegelt werde, richte sich wiederum ganz nach der neuen Nutzung der Geländeteile. Angedacht sei auch, die beim Ausbau eventuell anfallende Schlacke zum Teil gleich bei der gerade laufenden Profilierung des Schlackenberges einzusetzen.

Dass die damaligen Wünsche des Landesamts für Denkmalschutz, das Werk komplett zu erhalten, nicht realisierbar waren, das habe inzwischen jeder erkannt. Vieles sei schon rückgebaut worden aus Verkehrssicherungsgründen, anderes bleibe stehen.

Vom so genannten Höhmann-Gutachten über den finanziellen Aufwand zur Sicherung und auch zum jährlichen Unterhalt von Industriedenkmälern wie dem Hochofen hänge auch die weitere Vorgehensweise von Stadt und Eigentümer ab.

Gebäude weiter nutzen

Die große Plaza rund um den Hochofen samt Dokumentationszentrum könne allerdings nicht vom Eigentümer alleine hergestellt werden - hier bedürfe es eines Vereines oder einer Stiftung, entsprechende Gespräche seien in Vorbereitung. Der Eigentümer werde seinen Anteil mit einbringen, auch die Organisation übernehmen, es sei schließlich allen an einem vernünftigem Kompromiss gelegen.

So blieben neben dem Hochofen, den Gießhallen, den Cowpern und über 20 anderen Gebäuden auch die Walzwerkshallen erhalten, ebenso sollen die beiden museumsreifen Dampfmaschinen in ein Nutzungskonzept einbezogen werden. "Wir wollen den Einmaligkeits-Charakter des Standortes erhalten!", versicherte Reyzl den FDP/FWS-Politikern, die sich im Gelände für alle möglichen Nutzungsideen begeistern konnten.

In der Schlackenmühle und der Stranggusshalle nähmen in Kürze zwei weitere Firmen ihre Tätigkeit auf, alleine die Mühlen-Betrieb werde etwa 30 neue Arbeitsplätze bringen. Insgesamt seien jetzt schon 250 Arbeitsplätze auf dem Gelände angesiedelt in neun Firmen.

Besonders das Berufsbildungszentrum hatte es den Liberalen angetan, aber auch die anderen Potentiale des Gebietes blieben nicht unbemerkt: "Hier kann Großes entstehen!", zeigten sich die Besucher beeindruckt und sicherten, soweit möglich, ihre Unterstützung zu.