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27.11.2001
"Nie war sie so wertvoll wie heute"
Bezirksparteitag
der FDP mit Generalsekretär Krumpen - Günter Koch ist der neue Bezirksvorsitzende
Sulzbach-Rosenberg. (ge) Magische Zahl 18: Die FDP will in
Zukunft in Bayern 18 Bürgermeister stellen und 18 Prozent neue Mitglieder
haben. Beim Bezirksparteitag Oberpfalz im TV-Sportpark präsentierten sich
die Liberalen kämpferisch-optimistisch und fest überzeugt, nach der nächsten
Wahl wieder in der Regierung zu sein. Kritische Fragen gab es auch zur EU-Osterweiterung.
Als Bezirksvor- sitzender wurde der Sulzbach-Rosenberger Günter Koch neu gewählt.
Ein wenig wie "Klosterfrau Melissengeist" fühlt sich die FDP momentan:
"Nie war sie so wertvoll wie heute!", meinte Horst Krumpen, Generalsekretär
der Partei in Bayern, zur Eröffnung des Bezirksparteitages. In Bayern
stehe man in einer hervorragenden Ausgangsposition: Nicht nur ein zehnprozentiger
Mitgliederzuwachs sei zu verzeichnen, sondern auch deutliches Plus bei der
Listenaufstellung: "Wir werden unser Ziel, 450 Mandate in Bayern, erreichen!"
Mit der Kommunalwahl würde die Basis in der Kommunalpolitik deutlich
verbreitert, als Grundlage für die Bundes-und Landtagswahlen. Die Politik
der Bundesregierung zeige, dass eine FDP mit 18 Prozent nötiger sei denn je. Der
Wähler vergesse schnell, so Krumpen anlässlich des Jahrestages des ersten
BSE-Falles in Bayern. "Sonderprogramme in Bayern sind reine Augenwischerei:
Wenn die Staatsregierung ihren Aufgaben nachgekommen wäre, gäbe es keine
Sonderprogramme!" Bayern brauche endlich Ganztagsschulen, außerdem fordere
die FDP die Rücknahme der Gewerbesteuerumlagen-Erhöhung und grundlegende
Reform der Finanzierung der Kommunen. Privatisierung im Gesundheitswesen
in den Kommunen gehöre ebenso zum Katalog der FDP wie die bessere Ausnutzung
von Synergieeffekten im Bereich der Krankenhäuser. Liberale Antworten auf
unglaublich viele Themenfelder gebe es, deswegen stünde die Kampagne in Bayern
unter dem Motto "Bei uns sind die Bürger die Meister!" Den Bundeswehreinsatz
sehe die FDP als sinnvoll und richtig an, ebenso eine Aussetzung der Wehrpflicht
zugunsten einer gut ausgebildeten, kleineren Berufsarmee. Auch bei diesem
Thema würden die Grünen bundesweit an Glaubwürdigkeit verlieren - es sei
Aufgabe der FDP, auf diese Misere hinzuweisen. "Bayern braucht Veränderung
und eine wahrnehmbare liberale Stimme!", schloss der Generalsekretär. MdB
Horst Friedrich ging auf die anstehende EU-Osterweiterung ein: Die EU stehe
damit vor einer existenziellen politischen Herausforderung, den Zustand des
Friedens und der Stabilität auf die durch die Nachkriegsgeschichte benachteiligten
Völker Mittel- und Osteuropas auszudehnen. Nach Schätzungen der Dresdner
Bank würden im Jahr 2008 bei Fortschreibung der gegenwärtigen Rechtslage
zu den 30 Milliarden Euro Strukturmitteln für die bisherigen EU-Mitgliedsstaaten
weitere 37 Milliarden für neue Mitglieder hinzukommen. Die Ausgaben der Agrarpolitik
würden um 16,6 Milliarden wachsen. Damit seien in nur zwei Bereichen Mehrausgaben
von über 50 Milliarden Euro zu erwarten, die ohne grundlegende Reformen nicht
zu bewältigen wären. "Wer zahlt den Preis dafür?" |