09.03.2006

Altstadt-Geschäfte fürchten Abriegelung

Stadtratsfraktion der FDP/FWS gegen Einbahnregelung An der Allee -
Ampel oder wenigstens Kreisel

Sulzbach-Rosenberg. (cog) "Die Innenstadt braucht den Handel. Jedes Verkehrskonzept muss deshalb auch die Belange der Gewerbetreibenden berücksichtigen," stellte Hans-Jürgen Reitzenstein, Fraktionsvorsitzender der FDP/FWS, bei einer Sitzung der Stadtratsfraktion fest. Sinnvolle Lösungen müssen deshalb für die Storgkreuzung, den Hafnersgraben und vor allem die gefährliche Kreuzung Bayreuther Straße/An der Allee gefunden werden.

Für die Storgkreuzung favorisiert die FDP/FWS, dass die B 14 (Rosenberger Straße/Bayreuther Straße) Hauptrichtung wird. Die Zufahrt zur Innenstadt wird dann Abbiegespur. Die Forderung des Straßenbauamts, die Einbahnstraßenregelung am Rathaus umzudrehen, lehnt die Fraktion ab. Für den Hafnersgraben fordert die FDP/FWS seit vielen Jahren, die Richtung der Einbahnstraße umzudrehen, um von Westen die Zufahrt in die Stadt zu erleichtern.

Deshalb unterstützt sie den aktuellen Vorschlag der städtischen Straßenverkehrsbehörde, diese Straße wieder für beide Richtungen freizugeben. Für die Kreuzung Bayreuther Straße/An der Allee hat die FDP/FWS in einer erfolgreichen Unterschriftensammlung, initiiert vom FDP-Kreisvorsitzenden Edgar Meixner, eine Verampelung gefordert, um diesen Gefahrenschwerpunkt zu entschärfen.

Eine Gesamtverampelung mit den drei in die Bayreuther Staße einmündenden Straßen An der Allee, Alte Straße und Annabergweg ist aber schwierig, weil der Platz für die nötigen Abbiegespuren fehlt. Es habe keinen Sinn, so Meixner, wenn die Stadt warte, bis sie das Luber-Grundstück für eine große Kreuzung verwenden kann. "Das ist seit 30 Jahren im Gespräch und nichts habe sich bewegt." Außerdem würde man das Problem dadurch nur um 150 m verschieben.

Der gegenwärtige Stand der Planungen sieht deshalb vor, die Allee zur Einbahnstraße zu machen, die nur stadtauswärts befahren werden darf. Der Verkehr in die Innenstadt, zum Roten Kreuz und zum Kindergarten würde dadurch drastisch eingeschränkt. Karl-Heinz Kreiner, Vertreter des innerstädtischen Handels, erklärte, dass die Geschäfte in der Neutorgasse und der Neustadt deshalb gegen diese Einbahnstraßenregelung sind. Sie haben sogar begonnen, Unterschriften gegen eine Einbahnstraßenregelung An der Allee zu sammeln. Man käme mit dem Auto nur noch schwer zu den Geschäften.

Die Geschäftsinhaber befürchten, dass die Kunden dann lieber "auf der grünen Wiese" einkaufen. Das müsse auch bei den geplanten Sanierungsarbeiten in der Neustadt berücksichtigt werden. Notfalls, so war die Fraktion sich nach intensiver Diskussion einig, könne statt einer Ampel ein Kreisverkehr eingerichtet werden. Den Einwand der Behörde, dass der Platz nicht reicht, kann die FDP/FWS nicht nachvollziehen. Die längsten starren Fahrzeuge sind die neuesten Reisebusse mit einer Länge von 15 m. Dafür ist ein Mindestdurchmesser von 23 m für einen Kreisverkehr vorgeschrieben. Würde der alte Stadel abgerissen, sind 30 m möglich, das Straßenbauamt fordert aber einen Durchmesser von 40 m.

Ein Kreisverkehr wäre für Fußgänger weniger sicher als eine Ampel, aber trotzdem eine Verbesserung, weil die Autos gezwungen wären, langsamer zu fahren. Meixner wies außerdem darauf hin, dass wegen des Höhenunterschieds auf beiden Seiten der Bayreuther Straße mit geringem Aufwand ein Fußgängertunnel unter dem Kreisverkehr hindurchgeführt werden könnte.

"Es müssen endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden", stellte Reitzenstein abschließend fest. Und Meixner fügte hinzu: "Die Stadt darf nicht länger den Schwarzen Peter den Geschäftsleuten in der Neustadt oder den Eigentümern des Luber-Grundstücks zuschieben."