19.02.2007

Von Beginn an im Stadtrat vertreten

Sulzbach-Rosenberger FDP feiert 60-jähriges Bestehen - "Mit Abstand am erfolgreichsten"

Sulzbach-Rosenberg. (cog) "Die FDP Sulzbach-Rosenberg ist mit Abstand die erfolgreichste der ganzen Oberpfalz. Das ist mehr als respektabel, das ist bewundernswert", stellte der Bundestagsabgeordnete Horst Meierhofer aus Regensburg beim Festakt der FDP zum 60-jährigen Bestehen in der Herzogstadt fest. In seiner Eröffnungsrede begrüßte Kreisvorsitzender Edgar Meixner den Parlamentarier ebenso sowie die Bürgermeister Werner Renner, Hans Pickel und Ludwig Heinl, ehe sich an die zahlreich erschienene Gratulantenschar wandte.

"60 Jahre Friede in Deutschland und in großen Teilen Europas sind keine alltägliche Selbstverständlichkleit, sondern muss durch gelebte Werte täglich aufs Neue manifestiert werden. Die Nachkriegsgeneration hat dies in beeindruckender Weise bewiesen, als sie die Teilung Deutschlands und die daraus resultierende Wiedervereinigung mit einem unvergleichlichem Leistungswillen bewältigte," betonte Meixner eingangs.

Kommunisten gab es schon

Die Sulzbach-Rosenberger FDP sei tatsächlich etwas ganz Besonderes. Um die Gründung rankt sich folgende Legende: Konrad Paulus, der spätere langährige Bürgermeister der Stadt, soll zur amerikanischen Militärregierung gegangen sein und beantragt haben, die Kommunistische Partei zu gründen. Diese gebe es bereits, hieß es seitens der Amerikaner. Welche Partei denn noch nicht gegründet sei, wollte Paulus wissen. "Die Liberalen", so der Offizier.

Immer dritte Kraft

Dieser Teil der Geschichte ist nicht verbürgt, die weitere Entwicklung ist aber historisch belegt. Paulus rief daraufhin mit der erforderlichen amtlichen Genehmigung die Antifaschistisch-Demokratische Union ins Leben, die später eines von fünf Gründungsmitgliedern des Landesverbands der FDP in Bayern wurde und sich dann entsprechend umbenannte. So sind die Sulzbach-Rosenberger Liberalen eine tragende Wurzel des bayerischen politischen Liberalismus.

"Ein stolzes Erbe", wie Ortsvorsitzender Achim Groth fand. Hans-Jürgen Reitzenstein, Fraktionvorsitzender der FDP/FWS im Stadtrat und im Kreistag, berichtete über die weitere Entwicklung der Partei. Seit 60 Jahren sei sie stets im Stadtrat vertreten und habe viel für Stadt und Landkreis erreicht.

Bedeutende Liberale

Sie sei immer als dritte Kraft aus den Kommunalwahlen hervorgegangen und habe als Partei der Mitte eine Brückenfunktion zwischen den Blöcken von CSU und SPD wahrgenommen. So sei sie Garant für Kontinuität und ein Ideengeber, der viele wegweisende Anregungen und Vorschläge zur Stadtpolitik einbringe.

"Wir hatten immer große Führungspersönlichkeiten, und waren deshalb auch immer in den Parlamenten vertreten", stellte Reitzenstein fest, und würdigte bedeutende Liberale der Herzogstadt wie Karl Winkler, Konrad Paulus, Hans Kopp und Helmut Lösch.

Kleine Ergebnisse

Ehrengast Horst Meierhofer, der FDP-Bundestagsabgeordnete aus der Oberpfalz, berichtete über die Arbeit in Berlin. Die Opposition habe demnach wenig Gestaltungsmöglichkeiten. Die große Koalition zeitige nur sehr kleine Ergebnisse. Alles sei kompromisslastig und nicht weitsichtig. Gesamtgesellschaftlich sei diese Koalition ein Desaster. Aktuelles Beispiel dafür sei die misslungene Gesundheitsreform.

In Bayern habe die FDP sehr gute Chancen, so Meierhofer, nach der Wahl im nächsten Jahr wieder in den Landtag einzuziehen. Die Menschen merkten, dass die FDP anders als die großen Parteien eine klare Linie verfolge. Schließlich rief der Abgeordnete die örtlichen FDP-Politiker dazu auf, sich mit ihrem Sachverstand und ihrer Erfahrung auch auf Bundes- und Landesebene zu engagieren, weil solche Persönlichkeiten, wie es sie hier gebe, gebraucht werden.

Nur gemeinsam

Gegen Mitternacht schloss Kreisvorsitzender Edgar Meixner den Festakt, nachdem er das Erfolgsgeheimnis seiner Partei verriet: "Nur gemeinsam sind wir stark und und nur zusammen können wir für unsere Stadt erfolgreich arbeiten."